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Scheußlich abscheulich!

Das war die Phrase, die mir am meisten im Kopf geblieben ist nach der soeben geendeten Diskussion zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk. Ich hatte insgesamt ja keine hohen Erwartungen, da hier zwei Leute zusammengekommen sind, die das deutsche Fernsehen wohl kaum kennen dürften. 

Die Sendung begann mit einem kurzen Rückblick auf die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises und der Rede von Reich-Ranicki (im Folgenden MRR genannt). Es wurde noch kurz auf die Gründe eingegangen, warum MRR diesen Preis abgelehnt hatte, bei denen die o.g. Phrase dann auch des Öfteren fiel. Clowns nannte er die Leute, die bei der Verleihung auftraten. Einen kannte er sogar: Helge Schneider. Kurz bevor MRR ausholte um gegen Helge Schneider zu wettern, mit dem er anscheinend mal einen gemeinsamen Auftritt hatte, klärte ihn Gottschalk dann doch darüber auf, dass es sich bei Besagtem um Atze Schröder handelte – „Grauenhaft“.

Das erste wirklich lächerliche Argument von Gottschalk für den Fernsehpreis war dann die Quote, um die es ihm während des halbstündigen Gesprächs auch nur ging. 6 Millionen! Dass die Sendung aufgezeichnet wurde und es im deutschsprachigem Internet das gesamte Wochenende über kaum ein anderes (bisschen Finanzkrise noch) Thema gab als den „Eklat“, lässt er aber unerwähnt. Wäre zu interessant gewesen wie eine Live-Quote ausgesehen hätte.

Und so zog sich dann die halbe Stunde so dahin. Gottschalk sprach von Quote, der Zielgruppe der 13-49-jährigen und der „Arroganz der Elite“.
MRR betonte immer wieder, dass man Kompromisse finden müsse. Unterhaltung sei ja wichtig, aber das könne man ja auch mit Niveau machen, verwies mehrmals auf die Shakespeare oder Schiller, worauf Gottschalk ihn allen Ernstes fragte, ob es nicht sein könne, dass man in 200 Jahren Atze Schröder oder Helge Schneider als Shakespeare ansehen würde. Das gab MRR zumindest endlich die Möglichkeit über Helge Schneider herzuziehen.
Gottschalk kam wieder darauf zurück, dass man mit bildendem Inhalt nun mal keine Quote machen könne. Von einem Bildungsauftrag hat dieser Mann wohl auch noch nie was gehört. Auf die Frage MRRs hin, ob denn das alles zu schwierig sei für die Leute, sich mit Ernsteren Themen zu befassen, beantwortete Gottschalk mit Ja.

Insgesamt wurden meine Erwartungen wohl bestätigt, da das Ergebnis dieser Sendung bei Null liegen dürfte. Was MRR von sich gegeben hat war im Endeffekt auch nichts anderes als das was er am Sonntag gesagt hat nur in Langfassung. Und Gottschalk, na ja, der Mann arbeitet nun mal fürs Fernsehen. Was soll er denn schon groß sagen? Mit gewohnt viel Wortwitz schließt er die Sendung mit den Hinweis, dass man sich „aus gegebenen Anlass“ wieder sehen würde.

Ein Kommentar zu “Scheußlich abscheulich!”

  1. phlegel

    Ich nutze das Fernsehen in erster Linie als Unterhaltung während des Essens. Als Kind habe ich Comics beim Essen gelesen. Und genau das ist das Fernsehen halt: Entertainment auf Bildzeitungsniveau. Aber ich brauche halt eben auch nicht zu jeder Tageszeit anspruchsvolle Unterhaltung. Dafür gibt’s das Internet, Freunde, Musik, u.Ä. … man könnte das Fernsehen NIE so gestalten, dass es wirklich allen zusagen würde. Und das MRR Helge Schneider nicht versteht, lässt in gewisser Weise auch tief blicken :D Ich meine, ich mag seine Art der Kritik wirklich gerne, aber irgendwo ist er halt auch einfach nur eine alte, sympathische Spaßbremse ;-)

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